Sonntag, 20. Dezember 2015

"Nein, du!"

Finstere Tage, noch finstere Nächte. Gelangweilte Kinder. Genervte Eltern.

Stopp – das muss nicht sein!

Damit an langen Wintertagen keine Langeweile aufkommt, empfehle ich Familien gerne, etwas Lustiges zu spielen. Wir machen das. Jeden Tag. Eines unserer Lieblingsspiele möchte ich mit euch teilen. Man benötigt dafür wenig Material und kann es auch unterwegs hervorragend spielen. Außerdem wärmt es von innen an diesen kalten Wintertagen. Lest euch die Spielanleitung sorgfältig durch, dann könnt ihr gleich loslegen.
 
Spieler:
1 Kind (ab 2 Jahren)
1 Erwachsener (19 bis 99 Jahre)

Spielmaterial:
1 Paar Kinderschuhe

Ziel des Spieles:
Ziel des Spieles ist es, die Füße des Kindes in das bereitgelegte Spielmaterial zu stecken. Dabei ist darauf zu achten, dass der linke Fuß im linken Schuh steckt und der rechte Fuß im rechten Schuh.

Spielverlauf
Zu Beginn des Spieles stehen die Schuhe des Kindes neben oder vor dem Kind. Der Spielleiter (der Erwachsene) fordert das Kind auf, sich die Schuhe anzuziehen. Dafür muss der Satz „Zieh deine Schuhe an“ deutlich an das Kind gerichtet werden.

Nun ist das Kind an der Reihe. Es antwortet mit „Nein, du“. Wichtig ist, dass das Kind dabei keinesfalls zu seinen Schuhen greift. Erlaubt ist es ihm jedoch, Gegenstände aller anderen Art in seinen Händen zu halten und damit zu spielen. (Damit erschafft es sich dem Erwachsenen gegenüber einen Vorteil, weil seine Hände nicht frei sind, um irrtümlich zu den Schuhen zu greifen.)

Es wird abwechselnd gespielt, somit antwortet nun der Erwachsene mit „Nein, du“. Auch er darf keinesfalls die Schuhe berühren. In den Händen darf er Haustürschlüssel, Autoschlüssel oder Handtaschen halten. (Damit erschafft er sich dem Kind gegenüber einen Vorteil, weil seine Hände nicht frei sind, um irrtümlich zu den Schuhen zu greifen.)

Das Spiel wird so lange fortgeführt, bis einer der beiden Spieler zu den Schuhen greift und sie an die Kinderfüße montiert.

Zur leichteren Verständlichkeit ist hier ein Beispiel angeführt:

E: „Zieh deine Schuhe an.“
K: „Nein, du.“
E: „Nein, du.“
K: „Nein, du.“
E: „Nein, du.“
K: „Nein, du.“
E: „Nein, du.“
K: „Nein, du.“
E: „Nein, du.“
K: „Nein, du.“
E: „Gut.“

Wer hat gewonnen?
Gewonnen hat derjenige Spieler, der die Schuhe NICHT berührt hat. Hat also der Erwachsene die Füße des Kindes in die Schuhe gesteckt, hat das Kind gewonnen.
Hat das Kind die Schuhe selbst angezogen, hat der Erwachsene gewonnen.

Dauer des Spieles
Die Dauer ist variabel. Es reicht vom schnellen Spielverlauf mit der Dauer von einer Minute bis zu langen Spielverläufen von ca. 30 Minuten. Ist nach 30 Minuten noch immer kein Gewinner feststellbar, sollte das Spiel abgebrochen werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass sich während der Entwicklungsphase des Spieles herausgestellt hat, dass bei längerer Spieldauer die Belastung der Nerven für beide Seiten zu groß ist. Es wird empfohlen, das Kind nach Abbruch des Spieles barfuß, wohin auch immer, gehen zu lassen.

Varianten
Anstelle der Schuhe können als Spielmaterial auch Jacken, Mützen, Hosen, etc. verwendet werden.

Für wen ist das Spiel geeignet?
Besonders geeignet ist das Spiel für Mütter, Väter und deren Kinder. Hier herrschen ausgewogene Verhältnisse.

Spielen Omas und Opas gegen Enkelkinder, sind die Kinder im Vorteil, weil die Großeltern aufgrund ihrer Großelterlichkeit zum Verlieren neigen. Besonders wenn Kinder unlautere Mittel wie Tränen, Zuckerlächeln oder Jammerblicke einsetzen.

Spielen Kindergartenpädagoginnen oder Kindergartenpädagogen gegen Kinder, sind die Kinder im Nachteil, weil Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen in 5-jähriger Ausbildung gelernt haben, an ihrem Standpunkt festzuhalten und schwer zu beeinflussen sind.

Schwierigkeitsgrad
Das Spiel können bereits zweijährige Kinder ohne großen Erklärungsbedarf durchführen. Es ist also wirklich babyeierleicht. Intuitiv verwenden schon Zweijährige den Satz „Nein, du“, ohne vorher langwierige Erklärungen zu brauchen.



Dieses Spiel wurde von meinem Mann, meinen mittlerweile vierjährigen Söhnen und mir sorgfältig konzipiert. Dahinter steckt eine zweijährige Entwicklungsarbeit. Mein Dank gilt meiner Familie. Das Copyright liegt bei uns. Verbesserungsvorschläge nehmen wir dankend entgegen.


5 Kommentare:

  1. Oh, daß Spiel kenne ich & ist bei uns sehr beliebt.Wir kennen auch die andere vVersion, wo sich einer der spielbeteiligen, meist der jüngere Spieler, eine Verkleidung ausziehen & eine andere Verkleidung anlegen. Auch hier gelten die selben regeln wie bei deinen vorgestellten Spiel.
    Zum Glück haben die Kinder nur selten Lust auf das Spiel, da ich meist verliere habe ich daran nämlich kaum Spaß.

    LG Nicky

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  2. Bei uns ist es die Jacke... Muahahahahha (lacht hysterisch)

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    1. Schön. Ich finde das Spiel ja auch deshalb so praktisch, weil das Spielmaterial so variabel ist.

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  3. Das Spiel kann auch mit einem leicht abgeänderten Eröffnungssatz mit allem gespielt werden, was mit dem Wort "Aufräumen" bzw. "Einräumen" in Verbindung gebracht werden kann. Besonders beliebt hier: Einräumen der Spielzeugkiste bzw. Aufräumen des Wohnzimmers vor dem Zubettgehen. Zusatzpunkte werden dadurch erworben, dass das Zubettgehen durch ein immer leidenschaftlicher werdendes "NEIN!" hinausgezögert wird.

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  4. Das Spiel läßt sich auch super im Auto fortsetzen. "Schnall Dich bitte an" heißt es in diesem Fall. Da Kinder ab einem gewissen Alter gerne auf Autonomie pochen (Das kann ich alleine) ist das quasi eine Fortsetzung. Dabei sollte der Elternteil gerne in Zeitnot sein und wenn möglich beladen mit im Auto zu verstauenden Kindersachen und/oder Einkaufstaschen. Man kann das auch varieren, indem das Kind in dem Moment der Aufgabe des Erwachsenen brüllt "Mach ich alleine", um dann nach erschrecktem Zurückziehen des Erwachsenen einen neue Spielrunde einzuleiten.

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