Dienstag, 1. September 2015

Nebenbei notiert

Nebenbei notiere ich mir Sätze, die mir dort und da begegnen oder sogar von mir stammen und - würde ich sie nicht aufschreiben - komplett in Vergessenheit geraten würden. So unbedeutend sind sie.

Sie zeichnen sich aus durch Klugheit, Eloquentheit, Schlagfertigkeit, Lebensweisheit, Liebenswürdigkeit, Unwissenheit, Undankbarkeit und Unverschämtheit.

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„Die weiß nicht alle Antworten.“
Meine Söhne befinden sich im allerbesten Fragealter. Sie möchten wissen, warum jeder Mensch nur zwei Arme hat, wie viele Käfer auf der Welt leben und wohin der Inhalt der Klomuschel beim Spülen rutscht. Meist kann ich meine Unwissenheit geschickt kaschieren, indem ich Siri um Hilfe bitte, die wiederum Google befragt.
Eines Tages kommen wir jedoch in ein Netzloch und vorbei ist es. Mein Joker bleibt stumm. „Die weiß nicht alle Antworten“, erklärt der eine Sohn dem anderen. Nun wissen beide, dass ich ohne Google eine Null bin.

„Papi, ich bin so fürchterlich.“
Der Sohn hat offensichtlich einen Freud´schen Versprecher, als er während der Fahrt in der 6erGondel seinen Blick nach unten richtet und feststellt, dass er an Höhenangst leidet. Eigentlich möchte er mitteilen, dass er sich fürchtet, aber seine Formulierung kommt der Wahrheit auch ziemlich nahe.

„Halten wir uns die Ohren zu?“
An der Hotelrezeption wird das Konzert der im Urlaubsort ansässigen Trachtenmusikkapelle mit Unterstützung der "Goaßlschnolzer" angekündigt. Frisch fröhlich spazieren wir Richtung Marktplatz. Kurz bevor wir die große Linde am Marktplatz erreichen, erreichen die ersten Töne der Blasmusik unsere Ohren. Der Vorschlag des Sohnes, unsere Ohren zuzuhalten, wird Gott sei Dank von den Blasmusikinstrumenten übertönt.

„Du Mama, sau wie die blonde Frau sön aussaut.“
Der Sohn hat ein Faible für blonde Frauen und soeben eine glücklich gemacht. Ich hoffe, dass er solch schöne Gedanken noch lange mit mir und den anwesenden Personen teilen wird.

„Servas Fraunz, wie geht´s die Saun?“
Diesen Satz habe ich während eines Dorffestes gehört. Für meine deutschen Leser übersetze ich gerne: „Grüß dich Franz, wie fühlen sich deine Schweine?“ Wie man sich bei uns halt so begrüßt.

„Wer weiß, ob du das so hinbekommen hättest.“
Nachdem ich den Mann dazu gedrängt hatte, den neuen Küchenboden von einem Fachmann verlegen zu lassen, hatte er sich etwas verletzt gefühlt. Warum ich ihm solche Fähigkeiten nicht zutrauen würde, hatte er gekränkt gefragt. Nach getaner Arbeit verkündete ich den oben genannten Satz. Das hätte ich mir sparen sollen.

„Das hast du gut gemacht.“
Der Mann durfte schließlich vier Unterputzdosen selbst eingipsen. Als sie nach zwei Tagen in beinahe waagrechter Linie wie in Stein gemeißelt feststeckten, konnte ich meinen Fehler mit einem liebevollen Satz wieder gut machen.

"Gut, dass wir keines haben."
Das Nachbarmädchen erzählt meinen Söhnen begeistert von seinem Familienzuwachs, einem Meerschweinchen und dass es täglich dafür verantwortlich ist, "das Kacka aus dem Käfig zu putzen". Sohn02 stellt daraufhin nüchtern fest, wie gut es ist, dass wir kein Haustier besitzen.

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Vielleicht werde ich an jedem Monatsersten eine neue Sammlung veröffentlichen. Mal schauen, ob mich die Muse küsst. Ich hab´s ja nicht so mit der Regelmäßigkeit ;-)

Aber da kommt mir eine Idee: Wenn ihr ebenfalls umwerfende Sätze auf Lager habt, dann haut in die Tasten und schreibt sie auf.

Ähm...

Ich habe sogar meine Ehe aufs Spiel gesetzt und so einen InLinkZ Button unten drangesetzt. Vielleicht funktioniert er sogar.















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