Montag, 4. Mai 2015

Zukunftspläne

Wir schmieden Pläne...
Während meine Pläne kaum über die nächsten vierundzwanzig Stunden hinausgehen, plant mein Mann seit Bekanntwerden meiner unserer Schwangerschaft vor vier Jahren unsere gesamte Zukunft. Plan Nummer eins beinhaltet den Auszug unserer Söhne. Der Gute hat als Deadline August 2030 vorgesehen. Nähere Infos zu diesem Plan könnt ihr ausschließlich bei meinem Mann bekommen. Ich weiß nicht, ob er sich was er sich dabei denkt.

Auch die Söhne planen bereits ihre Zukunft. Eventuell haben sie irgendwie davon Wind gekriegt, dass ihre Lage nicht immer dermaßen rosarot sein wird wie jetzt, sondern sich die Zeiten ändern werden und der Tag kommen wird, an dem sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen.

Bis ins kleinste Detail haben sie bereits Pläne für ihre Zukunft geschmiedet und mir Einblicke gewährt. Den genauen Wortlaut der Erzählungen konnte ich mir leider nicht merken, zu sehr war ich damit beschäftigt, mir das Lachen zu verkneifen.

Aber so in etwa sieht das Zukunftsszenario meiner Söhne aus:


Sohn01 muss ganz viel arbeiten. Während er das macht, passe ich auf sein Baby auf. Meine Pflichten beinhalten das Bereitstellen von Fläschchennahrung und das Säubern des angekackten Popos. Das Baby versorge ich vorwiegend in unserem Haus. Gelegentlich komme ich samt Baby in sein Haus. Wenn ich müde bin, stellt Sohn01 mir sein Bett zur Verfügung. Das Baby schläft neben mir.

Sollte das Baby aufgrund schwerer Krankheit wie Husten oder Bauchweh ins Krankenhaus gebracht werden müssen, habe ich die Aufgabe, es zu begleiten, denn Sohnemann muss ja ganz viel arbeiten.

Außerdem muss ich Sohn01 mein Fahrrad zur Verfügung stellen, damit er ins Büro fahren kann. Er muss ja so viel arbeiten.

Zugesichert hat er mir zum Geburtstag einen Geburtstagskuchen mit Schokolade, den er mir an meinem Geburtstag oder im Sommer bringt. Er hat sich noch nicht entschieden. Sicher ist aber, dass er eine Gabel mitbringt, damit auch er vom Kuchen essen kann. Ganz viel. Danach oder davor singt er "Happy birthday".

Eine Frau hat der Sohn übrigens auch. Sie wohnt bei ihm. Warum, weiß er nicht.

***


Sohn 02 baut sein Haus entweder ganz weit weg oder auf unserer Terrasse. Er ist noch unschlüssig. Sicher ist aber, dass er uns manchmal mit meinem Auto, das dann seines ist, besucht.

Ich schenke ihm nicht nur mein Auto, sondern auch meine Jeans und andere bisher noch nicht näher definierte praktische Gegenstände.

Sohn02 geht keiner Arbeit nach, sondern fährt (mit meinem Auto) jeden Tag in die Kinderkrippe, um dort zu spielen und zu jausnen.

Baby hat Sohn02 keines. Das schreit viel zu laut. Und wenn er doch eines möchte, nimmt er jenes von Sohn01. Dieser braucht das Baby eh nicht immer. Schlafen darf das Baby aber nicht bei Sohn02. In seinem Bett ist kein Platz.

Eine Frau braucht Sohn02 nur, wenn der Esstisch dreckig ist. Irgendjemand muss ihn schließlich abwischen. Den Tisch.

***
So.
Und auch ich habe Pläne. Für die nächsten vierundzwanzig Stunden.
Sohn02 bekommt einen Putzfetzen in die Hand gedrückt und Sohn01 eine Puppe.




3 Kommentare:

  1. Ach Paula, was hab ich grad gelacht!!! Irgendwann, also 2030, werden Deine Söhne sicherlich auch ganz ganz fest lachen müssen, wenn sie das lesen. naja, vielleicht lachen dann ja die Ehefrauen, also Deine Schwiegertöchter. Vielleicht lachst aber auch Du. Wegen der Schwiegertöchter, die dann den Tisch putzen müssen.

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  2. Eine genaue Vorstellung von der Zukunft, die deine Kinder da haben. Herrlich.

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  3. Mein armes BrotBärchen im Bauch. Das wird gerade ganz schön durchgeschüttelt. Ich muss so herzhaft lachen <3 Genau sowas muss man sich unbedingt notieren und den Kindern, wenn sie deutlich älter sind, mal vorlesen. Zum 30. Geburtstag oder so.
    Herrlich, diese klaren Vorstellungen.
    Von wem sie das wohl haben...

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