Montag, 16. März 2015

Auf Milchentzug

Anne von Einer schreit immer fragt nach Tipps für das Füttern von Beikost. Als leidgeplagte erfahrene Mutter trage ich sehr gerne dazu bei, frischgebackene Mütter/Väter mit unendlich wertvollen Tipps zu versorgen. Räusper. Ihr kennt mich.

Im Grunde genommen geht es beim Thema Brei um sechs zentrale Fragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den ersten Brei?
Samstag. Unbedingt! Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur dazu raten, den Milchentzug am Samstag einzuleiten. Dafür sprechen vielerlei Gründe. Samstag ist einfach ein wunderschöner Tag. Samstag ist Wochenende und vielleicht scheint sogar die Sonne. Wenn am Samstag darüber hinaus beide Elternteile frei haben, umso besser. Sie können dann Ihren Partner/Ihre Partnerin dazu veranlassen, das entstandene Chaos zu beseitigen und sich nach der fehlgeschlagenen Fütterung gegenseitig trösten. Am besten, während Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin das Baby mit Milch füttert.

Soll ich Gläschen kaufen oder selber kochen?
Wenn Sie eine leidenschaftliche Köchin/ein leidenschaftlicher Koch sind, sollten sie den Brei selbst zubereiten. Das ist das Beste für Ihr Kind. Schafft das Kochen bei Ihnen Leiden, sollten sie den Brei unbedingt fertig abgefüllt in Gläschen kaufen, sehr bequem geht das per Internet. Das ist das Beste für Ihr Kind.
Beachten Sie bitte, dass Sie in Breibeschaffungsgesprächen mit anderen frischgebackenen Müttern/Vätern immer den Kürzeren ziehen werden, egal was Sie tun und wechseln Sie ehemöglichst das Thema.

Was muss ich beim Füttern beachten?
Alles, was Sie brauchen, ist eine Kamera. Wenn Sie die Kamera bereitgelegt haben, können Sie eventuell noch Lätzchen, Schüsselchen und Löffelchen besorgen. Und dann legen Sie los. Löffelchen zum Mund!
Beachten müssen Sie nur, dass die Kamera läuft. Während Sie in der Frühphase des Breifütterns täglich weinen könnten, werden Sie in ein paar Jahren schon darüber lachen können. Und! Noch später können Sie Ihre Kinder mit den Videos erpressen.

Was soll ich machen, wenn mein Baby den Brei nicht isst?
Wenn Ihr Baby den Brei nicht isst, können Sie
a) alle gut gemeinten Ratschläge sämtlicher Mütter/Väter in Ihrer Umgebung berücksichtigen.
b) sämtliche Mütter/Väter in Ihrer Umgebung zum Essen des übrig gebliebenen Breis einladen und in Diskussionsrunden gemeinsam die Ursache erforschen.
c) immer noch Milch füttern.

Welche Speisen soll ich kochen/zubereiten?
Brokkoli, Auberginen, Spinat und Fisch. Sie können beim Babyturnen/Babyschwimmen/Pekip/Babyenglisch/Babymathe (oder was auch immer) damit angeben, dass Sie für Ihr Baby diese Speisen zubereiten/kaufen. Sie müssen ja nicht erwähnen, dass Ihr Baby das nicht isst.

Wann ist das Ende der Breiphase und wann soll das Kind zu festen Speisen übergehen?
Das Ende der Breiphase ist dann, wenn Sie es satt haben, Ihre breiverschmierten Wände zu betrachten. Wenn Sie jeden einzelnen Fleck an den Wänden einer Breisorte zuordnen können, werden Sie im Baumarkt Malerfarbe kaufen und enthusiastisch die Wände neu streichen.
Strahlen die Wände wieder weiß wie frisch gefallener Schnee, sollten Sie keinen Brei mehr zur Verfügung stellen. Sie können mir glauben. Ich bin eine leidgeplagte erfahrene Mutter.

Trotzdem übernehme keine Haftung für oben genannte Tipps.



4 Kommentare:

  1. Besonders der Tipp mit dem Samstag ist mir sehr nahe gegangen. Ich werde diesen Artikel auf jeden Fall weiterempfehlen.

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  2. Einfach wunderbar!!! :-D Wir starten demnächst mit Brei und deine Tipps werden definitiv berücksichtigt werden!

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  3. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ah doch: Bitte dem Baby beim Brei füttern unbedingt die liebsten Kleider anziehen. Macht ja nix, wenn sie danach mit Karottenbrei bekleckert sind, das geht ja eh wieder... ach Scheisse!!!

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  4. Oh, was habe ich gelacht! Mein Wochenbettbauch hat gewackelt wie nie!!!!
    DANKE sagt die ebenfalls leidgepl...nein, erfahrene Küstenmami

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