Mittwoch, 11. Februar 2015

Wie man Bananen repariert und andere wunderbare Geschichten

In den letzten Wochen erhielt ich einige Nominierungen zum Liebster Award. Darüber freue mich wahnsinnig, ist doch dieser Award mit wahnsinnig viel Arbeit verbunden. Aus diesem Grund habe ich mich erst einmal nicht gemeldet und versucht unterzutauchen. Die ganz Klugen unter euch haben eventuell schon bemerkt, dass es 2015 etwas still wurde auf meinem Blog.

ABER DANN entdeckte ich unter all den Fragen, die mir im Zuge des Liebster Awards gestellt wurden, jene:

„Wie verbringst du deine Zeit, wenn du nicht bloggst?“

Eine wunderbare Frage, finde ich, gibt sie mir doch Möglichkeit wunderbare Einblicke in mein Privatleben zu liefern und Geschichten zu erzählen, die ich ansonsten mangels Zuhörern leider für mich behalten muss.

Daher nehme ich diese Frage als Anlass all die wunderbaren Bloggerinnen zu erwähnen, die mich nominiert haben und stellvertretend für alle Fragen, diese eine zu beantworten und mein Leben abseits der Bloggerei für euch zu skizzieren.

Herzlichen Dank für die Nominierung!
Katrin von Shoppingdiät
Viola von Kinderkichern

So verbringe ich wertvolle meine Zeit, wenn ich nicht blogge:

Ich klebe nicht korrekt geschälte Bananen mit Tixo wieder zu und bin sehr stolz auf meine innovativen Problemlösungsstrategien. So kann ich Tränen vermeiden und darüber hinaus meine Söhne spielerisch mit der Mülltrennung vertraut machen. "Nein, das Tixo gehört nicht in den Biomüll." "Hol bitte das Tixo aus dem Biomüll raus." "Nein, nicht die Zwiebelschalen." "Das Tixo!"

Ich spiele leidenschaftlich gern Puzzle. Dafür eignen sich meine von den Söhnen in Streifen geschnittene Lernkarteikarten hervorragend. Darüber hinaus ist es eine ausgezeichnete Übung durch das Lesen und anschließende Zusammensetzen der Wortfetzen mit dem Lernstoff vertraut zu werden. Aber nur, wenn die Streifen richtig zusammengesetzt werden.

Ich sitze am Fuße des Rodelhügels gemeinsam mit dem Sohn auf dem Schlitten und sehe den anderen Kindern beim Rodeln zu. Unser Schlitten überschreitet leider die vom Sohn zulässige Höchstgeschwindigkeit von halbem Schritttempo und kann daher nicht verwendet werden. Die Situation stärkt die Bindung zwischen meinem Sohn und mir enorm. Durch die winterlich bedingten niedrigen Außentemperaturen und den damit verbundenen nötigen Körperkontakt zur Aufrechterhaltung der Körperwärme können wir ausreichend Nähe genießen.

Ich überklebe die schmutzigen Stellen an den Fensterscheiben mit den von den Kindern zurecht geschnittenen Werbeprospekten und erkläre Gästen, dass diese Fensterdekoration derzeit modern ist. Wenn ich nach Wochen der Dekoration überdrüssig bin, entferne ich die Reste der Klebestreifen mit dem Ceranfeldschaber und verbinde abschließend meinen blutigen Finger mit ausreichend Pflaster. Nun kann ich den Gästen erklären, dass mich der verletzte Finger am Fensterputzen hindert.

Ich versuche im Interesse meiner Kinder die Brotbackfachfrau von Hofer davon zu überzeugen, dass man um 18:07 Uhr bestimmt noch eine Ladung Nussschnecken aufbacken und sie restlos verkaufen kann und scheitere daran kläglich. Nun bin ich damit beschäftigt a) die Kinder davon zu überzeugen, dass man das Verlangen von Nussschnecken um 18:07 mit Butterbroten und Radieschen kompensieren kann b) Nussschnecken zu backen.

Ich lerne liegend für Prüfungen, weil diese Körperhaltung mit grippalem Infekt bequemer ist. Leide ich aber an einem Magen-Darm-Infekt, lerne ich im Badezimmer sitzend für Prüfungen, weil dieser Aufenthaltsort durch die Nähe zur Kloschüssel strategisch der bessere ist. Der Vorteil besteht darin, dass sich die Kinder aufgrund meines körperlichen Zustandes von mir fern halten und die Lernkarteikarten ganz bleiben.

Ich bereite Essen für die Söhne zu, während ich an einem widerspenstigen Magen-Darm-Infekt leide und mir am liebsten den Mund mit Tixo zukleben würde. (Das Tixo ist leider aufgebraucht. Es klebt an Bananenschalen, Fensterscheiben und Badezimmermöbeln).

Ich betrachte sehnsüchtig die auf diversen Flughäfen aufgenommen Dienstreisen-Selfies meines Mannes während sich meine Söhne a) gegenseitig eines über die Rübe ziehen b) in trauter Zweisamkeit Unfug treiben.

Ich erkläre den Söhnen, dass in der Nacht bestimmt keine Eule in das Zimmer fliegt, um sie zu fressen. Ich habe jedoch keine Erklärung dafür, warum Eulen Mäuse fressen und verliere aus diesem Grund bei meinem Sohn den Status der Allwissenden.

Ich versuche den Mann davon zu überzeugen, dass „ich das nicht war“, wenn zum Beispiel in unbenutzten Räumen das Licht leuchtet. Seit wir Kinder haben, ist diese Aussage glaubwürdiger, weil mehr Personen für Fehlleistungen in Betracht kommen. Auf der Suche nach dem Schuldigen verweise ich auf mindestens einen der Söhne. Danach plagt mich das schlechte Gewissen.

Ich unterhalte mich mit meinem Mann über Mehlsorten.
Ich unterhalte mich mit meinem Mann über Küchenmaschinen.
Ich unterhalte mich mit meinem Mann über Sauerteig und Gärkörbe.
Ich freue mich darüber, dass wir nach vier Jahren Ehe noch immer aufregende Gesprächsthemen haben.

Ich gönne mir einen Nervenkitzel, indem ich mit den Kindern das Haus verlasse und nur eine klitzekleine, nicht kindgerechte Handtasche mit Geldbörse und Wasserflasche mitnehme.

Ich kaufe dem Sohn spontan eine neue Hose und Socken nachdem er im Einkaufszentrum als einziger von allen am Brunnenrand balancierenden Kindern in denselben gefallen ist und versuche möglichst würdevoll auszusehen, während er an meiner Hand mit unpassender Hose und ohne Schuhe durch das Einkaufszentrum geht.

Ich ärgere meine Söhne, indem ich ihnen blaue Hauben aufsetze, falsche Baumaßnahmen am Legohaus setze, zu viel Kakao in die Tassen fülle, das Auto am falschen Parkplatz parke und ihre Gesichter wasche.

UND

Ich freue mich, dass wir keine größeren Probleme haben.


3 Kommentare:

  1. Das sind doch mal tolle Freizeitbeschäftigungen. Anstatt abends vor der Glotze zu sitzen, werde ich jetzt Bananenschalen zusammenkleben. Oder Apfelschnitze wieder in Apfelform bringen.Stark!

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  2. Super geschrieben :-D Vielen Dank fürs Mitmachen, das hat mich wirklich sehr gefreut! Ich hoffe, mittlerweile seid ihr alle wieder gesund, deine Karteikarten bleiben trotzdem ganz und ihr findet auch weiterhin interessante Themen für eure Unterhaltungen ;-)
    Liebe Grüße, Viola

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  3. Wie immer die beste Abendlektüre und ein Grund, mal wieder ungefragt vor Lachen in den Raum zu gackern...

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