Mittwoch, 28. Januar 2015

Das große Kotzen

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,
den Titel des heutigen Blogposts habe ich bewusst gewählt. In Ihrem Interesse. Damit Sie gleich wissen, worum es geht. Und vor allem, damit Sie später nicht sagen können, ich hätte Sie nicht gewarnt. Also auch ein bisschen in meinem Interesse. Man will ja keine schlechten Nachreden.

Sollten Sie soeben gegessen haben, in dieser Minute essen oder vorhaben, in den nächsten Minuten zu essen, lassen Sie das hier lieber sein. Klicken Sie oben rechts oder links und verlassen Sie die Seite. Oder besser: Suchen Sie einen lieblichen Beitrag hier auf meinem Blog. Eventuell finden Sie etwas unter dem Label "Urlaub" oder in der Reihe „Brauchtum“.

Denn die Sache ist diese: Heute geht es um die wenigen Wochen im Jahr, in denen Magen-Darm kursiert. Eine leider alljährlich wiederkehrende, elende und ekelhafte Seuche. Man liest ja zuerst auf Twitter und am Tag darauf schon in der Tageszeitung, dass sich die halbe Menschheit im Krankenstand befindet, um entweder die ihr angetraute Brut oder sich selbst gesund zu pflegen und hofft inständig, dieses Mal nicht erwischt zu werden. Inständig!

Inständiger noch, wenn es bereits den Ehemann erwischt hat, der nach erfolgreicher Genesung das Weite suchte und sich (wieder mal) auf Dienstreise begab.

Am inständigsten, wenn man sich in einem dreiwöchigen Prüfungsmodus befindet und die Zeit damit verbringen sollte, sich Antworten auszudenken (siehe hier).

Und wie glücklich ist man, wenn man die erste Prüfung erfolgreich absolviert hat und frohen Mutes nach Hause fährt, um die Brut von den Großeltern zu übernehmen, damit diese wieder nach Hause fahren können, um ihre großelterlichen Pflichten bei den übrigen Enkelkindern zu erfüllten. (Immerhin ging den gesamten Nachmittag kein Hilferuf am Handy ein, somit rechnet man damit, in zwei strahlende und in zwei erschöpfte Gesichter zu blicken.)

Und dann öffnet man die Tür und wird von Sohn 01 mit folgenden Worten begrüßt: „Mama, der Sohn 02 hat gerade gespeibt!“

Nun hat man zwei Möglichkeiten. Man kann sich (und die Großeltern) ein wenig bedauern. Man kann aber auch das Gute an der Sache sehen.

Überlegen wir mal. Das Sofa hatte schon lange keine Intensivreinigung hinter sich. So ein bisschen Generalsanierung inklusive Ritzenreinigung hat schon was. Der bereits leicht ergraute ehemalige weiße Teppich ist nach der Behandlungsprozedur schneeweiß und wieder wie neu und die hier im Blog schon mal vorgestellte Krabbelmatte hält, was sie verspricht. Alle Substanzen lassen sich problemlos von der Oberfläche (und Unterfläche) entfernen. Bodenwischen war auch schon längt fällig und so zeigt sich das Wohnzimmer endlich mal von seiner schönsten Seite. Man überlegt, ein Schöner-Wohnen-Blog zu betreiben.

Doch dann.

Dann wird einem schlecht.

Um 21:15 Uhr.

Und dann ist man selbst für die nächsten zwei Tage knockt out.

Und während einem kotzübel ist, unterwirft man Kinderzimmer, Badezimmer und Küche einer Generalsanierung. Dort hat sich nämlich der Sohn aufgehalten. Leider. Oder Gott sei Dank. Denn die frische Bettwäsche verströmt in dieser kalten finsteren Jahreszeit frischen Frühlingsduft und die Duschwand weist keinen einzigen Kalktropfen mehr auf. Vom klinisch reinen Küchenboden könnte man essen. (Leider hat man so überhaupt keinen Appetit auf Essen. Und während man für Sohn 01 das Essen richtet...ach, lassen wir das.)

Innerhalb von zwei Tagen ist letztendlich der gesamte Wohnbereich spontanbesuchsbereit. (Leider lässt der Spontanbesuch auf sich warten. Ob das mit dem Magen-Darm zusammenhängt?)

Ja, so ein Magen-Darm hat schon was. Ein Magen-Darm erweist sich als tiefenreinigend für das Haus. Echt, das kann ich Ihnen sagen. Empfehlenswert. Der Mann wird staunen, wenn er nach Hause kommt.

Nur einen Haken gibt es. Die Fenster sind noch immer schmutzig.



Danke, dass Sie diesen Post zu Ende gelesen haben. Sie sind aber ein Draufgänger. Oder leiden Sie etwa auch an Magen-Darm?


7 Kommentare:

  1. Hey, das wird schon wieder. Und nein, mir ist nicht schlecht geworden. Ich habe gelacht. Sehr schön gelacht. Danke dafür.

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    1. Vielen Dank!
      Und ja, es wurde schon wieder. Alles gut!

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  2. Sehr schön geschrieben!

    Ich denke, meine Wohnung bräuchte auch mal so ein Magen-Darm Ding....

    Liebe Grüße

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    1. Vielen Dank!
      Ich rate trotzdem ab vom Magen-Darm-Infekt. Es lebt sich auch in einer nicht klinisch-reinen Wohnung gut ;-)

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  3. Bahahahah! Unsere Mädels sind gerade erst 4,5 Monate ich hoffe wir haben da noch etwas Zeit bis zum ersten Großputz. ;)

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  4. Ja! Ja! Ja! Hier das gleiche Drama! Und die Bude ist noch nicht wieder besuchsbereit... Kommt aber eh keiner. Gründen wir eine Schicksalsgemeinschaft! Mit schwesterlichem Gruß: Anne

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