Montag, 29. Dezember 2014

Wie gut, dass wir uns haben

Unsere Mama hat uns gebeten, aufzuschreiben, wie toll es ist, einen Bruder zu haben. Sie braucht das für irgendeine Blogdings. Eine Frau mit einem Rock und eine andere namens Frau Schnulze haben damit begonnen.

Mama on the rocks.

Wie bitte?

Die Frau heißt Mama on the rocks und die andere ist Mama Schulze.

Manno, dass kann ich ja nicht wissen. Und wieso hat die so viele Rocks, äh Röcke?

Das ist doch jetzt nicht das Thema. Lass mich mal weitererzählen. Also, diese beiden Frauen sammeln ganz viele Blogposts, in denen drinnen steht, wie wunderbar es ist, mehr als ein Kind zu haben.

Und was haben wir damit zu tun?

Wir sind zwei. Also mehr als einer. Und deshalb wissen wir alles darüber. Und außerdem sollen wir Mama helfen. Ihr ist nichts eingefallen.

Aber Mama fällt doch immer irgendetwas ein. Gerade heute Morgen erfand sie dieses eigenartige Aufräumspiel.

Das ist nicht das Thema, Mann! Wir sollen aufzählen welche Vorteile wir haben, weil wir zu zweit sind. Mama sind nicht so viele Vorteile eingefallen.

Aber Mama fällt doch ...

Jetzt sei mal still, du Stinker!

Ich bin kein Stinker!

Was bist du dann?

Ich bin ...

Ich hab´s!

Aber ich bin ja ...

Lass mich doch endlich mal erzählen. Ich habe einen Vorteil gefunden. Wir beide können uns prima versöhnen. Das geht nur, wenn man jemanden zum Streiten hat.

Versöhnung also.

Ja, das ist ein Vorteil. Wir lernen prima, wie man miteinander umgeht. Wie man nett zueinander ist und wie man zusammenhält. Das können wir sicher gut im Kindergarten und in der Schule gebrauchen.

Da hast du vermutlich Recht.

Ich habe immer Recht. Von mir kannst du so einiges lernen. Das weißt du ja.

So wie gestern, als du mir gezeigt hast, wie man die Terrassentür öffnet und wir sie bei minus neun Grad nicht mehr zubekommen haben?

Ja genau. Oder wie vorgestern, als ich dir gezeigt habe, wie man auf Mama´s iPhone Fotos ansieht.

Und wie wir dabei versehentlich ein Email geschrieben haben.

Genau! Und vorige Woche. Kannst du dich daran noch erinnern? Wir haben in Mamas Büro einen Papierlocher entdeckt und gemeinsam rausgefunden, was man alles damit machen kann.

Stimmt, das war ein Spaß!

Siehst du, das ist unser nächster Vorteil. Wir können voneinander lernen und miteinander Spaß haben.

So viele Vorteile für uns! Das ist toll. Schade, dass Mama keine hat.

Aber sie hat doch Vorteile mit uns beiden. Ganz viele. Nämlich ganz viel Abwechslung. Wenn ich Lego spielen möchte und du Puzzle bauen, kann sie beides mit uns machen. Synchron. Oder auch wenn ich kochen möchte und du Eisenbahn fahren, kann sie zwei Tätigkeiten gleichzeitig ausführen.

Und wenn ich in den Garten möchte und du im Haus bleiben möchtest, kann sie ganz oft rein und raus gehen.

Wenn das keine Abwechslung ist!

Weißt du was, Bruderherz? Ich finde, unsere Mama hat es ganz schön gut getroffen mit uns beiden. Das müssen wir ihr gleich sagen.

MAMA! MAMA! MAMA! WO BIST DU? MAMA, WO BIST DU? WIR SEH´N DICH NICHT! MAMA!


Ja, Jungs, ihr könnt mich nicht sehen. Ich habe mich wieder mal am Dachboden versteckt, um eine Minute mit mir ganz allein zu sein. Eine Minute in Stille, eine Minute in Ruhe, eine Minute ohne Gezerre am linken und am rechten Arm. Und wenn die Minute vorbei ist, komme ich runter und nehme euch in genau diese Arme. In meine Arme, die geschaffen sind für zwei Kinder. Für euch.


3 Kommentare:

  1. Sooo schön
    Meine Arme sind auch genau für 2 Kinder geschaffen, für 2 Mädels, um genauer zu sein *schnief*

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  2. Hach wie herrlich, ich liebe Deinen äh den Schreibstil Deiner Söhne sehr. ;-) Du schaffst es, ein Blogparadenthema immer unter einem neuen, unerwarteten Blickwinkel anzugehen. Das Thema ist quasi zwischen den Zeilen, I love it <3!

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  3. Hihihi :D
    Schlawiner, die!
    Als meine drei kleine Bübchen waren, schlief übrigens das dritte Kind quer über meinem Kopfkissen. Der dritte Arm fehlte ja.

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