Mittwoch, 19. November 2014

Mädchenzeug

Murmelmamas Blockstöckchen hat mich getroffen. Autsch! Und DANKE! Mehr dazu hier.

Allerdings schleppe ich bereits drei „Liebster Awards“ und einen „Lovely Blog Award“ mit mir herum. Sehr gewissenhaft habe ich bisher 33 Fragen beantwortet und sieben Fakten aus meinem Leben preisgegeben.

Ihr wisst also schon ziemlich viel Wissenswertes über mich. Daher nehme ich mir nun die Freiheit heraus, nur eine der elf Fragen von Tanja zu beantworten, denn über folgendes habe ich in meinem Blog noch nie geschrieben.

Und das ist Murmelmamas Frage:

„Ein großer Aufreger ist für mich diese gesamte „Gender-Thematik“. Wie gehst du damit um? Dürfen deine Söhne Zöpfe und Röcke tragen, wenn sie das möchten?“

Um Gottes willen, nein! Stell dir mal vor, welches Leid sie verursachen würden, wenn sie kleinen Mädchen ihre Zöpfe abschneiden und diese durch die Gegend tragen würden. Unter keinen Umständen könnte ich das in Anbetracht der geschorenen Mädchen gutheißen.

Röcke allerdings dürfen sie tragen. Ihr Job in unserem Familienverband ist es nämlich, die Schmutzwäsche in den Keller, wo unsere Waschmaschine steht, zu tragen. Aus irgendwelchen Gründen aber ziehen sie es vor, meine Röcke über die Kellerstiege runter zu werfen. Das ist vermutlich effizienter als das Tragen.

Meine Söhne besitzen übrigens einige Spielsachen, die man eher Mädchen zuordnen würde. Obwohl sie keine Mädchen sind, wissen sie ziemlich viel damit anzufangen.

Den Puppenwagen verwenden sie als Rennwagen. Einer setzt sich rein, der andere schiebt ihn mit Karacho durch den Garten. Die Puppen müssen zusehen. Das ist auch besser so, denn wenn sie von den Jungs mal zur Hand genommen werden, ist immer die Schere im Spiel. Kreative Puppenfrisuren sind das Ergebnis. Das Puppenbett dürfen die Puppen nicht benützen, denn es eignet sich hervorragend als Aufstiegshilfe zu diversen Regalen und muss für die Jungs immer frei bleiben.

Seit mein Mann mal rosa Schnuller für unsere Kinder kaufte, weil es keine anderen mehr gab, haben unsere Söhne die Farbe Rosa lieben gelernt. Die Schnuller sind nun Vergangenheit, aber in seliger Erinnerung daran suchten sich die Jungs rosa Kindergitarren im Spielwarengeschäft aus. Mit diesen geben sie auf der Treppe stehend Rockkonzerte (da ist ja schon wieder das Rock Thema) für die Puppen.

In ihren Rollenspielen ahmen sie gerne Tätigkeiten nach, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden. Beide kochen mit Leidenschaft. Mal mit echten Lebensmitteln, mal mit ihrem Spielzeug aus der Puppenküche. Den Schauplatz hinterlassen sie jedes Mal in großem Chaos. Das ist offenbar so, wenn Männer kochen.

Sie helfen mir aber leidenschaftlich gerne beim Putzen. Von wem sie das haben, ist mir ein Rätsel, denn ich mache während dieser Tätigkeit bestimmt keinen glücklichen Eindruck. Zum Geburtstag haben sie von den Großeltern ein Putzset bekommen und ich denke, wir werden demnächst die Pflichten der Familienmitglieder neu verteilen. Dann bin ich endlich aus dem Putzen raus.

Meine Jungs besitzen natürlich auch richtiges „Männer-Spielzeug“. Bohrmaschine, Säge, Hammer, Bagger und Traktor behandeln sie sehr liebevoll. Ihnen wird kein Haar gekrümmt. Solch eine Behandlung würden sich die Puppen so manches Mal wünschen.


Ich selbst, übrigens, habe in meiner Kindheit sehr viel mit Jungs gespielt und weiß nun leider nicht, wie man Nägel lackiert oder Lippen schminkt. Hätten die Kinder in den 70ern etwas offenere Mütter gehabt, hätte ich von den Jungs auch Mädchensachen lernen können und wäre nun eventuell mit der Kunst der Körperbemalung vertraut. So weiß ich leider nur, wie man tolle Löcher in die Wände bohrt ... Schade!


  

2 Kommentare:

  1. Herrlich! "Zöpfe tragen", LOL!
    Mein kleiner Kaaskop steht übrigens auch gerade voll auf Rosa. Und seine neue Bohrmaschine ;-)
    Lieben Gruß aus Holland,
    Kristine

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    1. Schade, dass es die (noch) nicht in Rosa gibt ;-)
      LG Paula

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