Dienstag, 21. Oktober 2014

Eine Vorgeschichte und ein Ausflug nach Wien

Ursprünglich wollte ich einen ausführlichen Blogpost über meinen Tagesausflug nach Wien verfassen. 

Daraus wurde leider nichts, denn ich habe bereits vor längerer Zeit festgestellt, dass Artikel über Missgeschicke und Häufungen von Unannehmlichkeiten in meinem Leben den größten Anklang bei euch finden. Ich denke da nur an den Morgenpost oder den Urlaubsbericht.


Vergangenen Samstag aber war ich mit meiner lieben Freundin in Wien unterwegs und hatte einen schönen Tag ohne Missgeschicke und Unannehmlichkeiten. Wir flanierten bei strahlendem Sonnenschein durch die historische Innenstadt, nahmen in Gespräche vertieft das Geklapper von Pferdehufen wahr und erfreuten uns anschließend an der österreichischen Küche.

Richtigen Stoff für schlimme Geschichten boten auch die gefühlten ein Millionen Menschen, die zur selben Zeit im ersten Bezirk anwesend waren, nicht. Offenbar weiß man sich in Wien zu benehmen. Wir gerieten durch geschickte Ausweichmanöver nicht unter die Räder eines der unzähligen Fiaker und der Umstand, dass uns das berühmteste Schnitzel von Wien im Figlmüller mangels Tischreservierung vorenthalten blieb, tat dem schönen Tag auch keinen Abbruch.

Ihr seht, es gibt keine Story.
Leider (für euch).
Gut für mich.

Aber eventuell interessiert euch die harmonische Vorgeschichte zu diesem Ausflug voller Harmonie. Here we go.


Zeit: Anfang Oktober
Ort: Im Hause bleibCOOLmami

Der Mann: Wolltest du nicht wieder mal Birgit in Wien besuchen?
Paula: Wen?
Der Mann: Birgit.
Paula: Meinst du Susanne?
Der Mann: Ja, sagte ich doch. Ruf sie an.
Paula: Ich weiß nicht.
Der Mann: Ruf an und sag, dass du kommst.
Paula: Ich kann hier doch nicht weg.
Der Mann: Sicher kannst du. Du musst auch mal raus. Ich kümmere mich um die Kinder. Das macht mir gar nichts aus. Bleib übers Wochenende.
Paula: Das ist mir zu lang. Wenn überhaupt, mache ich einen Tagesausflug.
Der Mann: Bist du sicher? Das zahlt sich doch gar nicht aus.
Paula: Ja, wenn überhaupt, fahre in der Früh hin und am Abend zurück.
Der Mann: Gut. Ich buche Zugtickets für dich.
Paula: Lass mich noch überlegen.
Der Mann: Nichts da, ich buche.
Paula: Danke, das ist lieb.

Paula (in Gedanken): Ich habe den wunderbarsten Mann. Er lässt mir so viel Freiraum und kümmert sich ausgezeichnet um die Kinder. Aber länger als einen Tag kann ich ihn doch nicht alleine lassen.

Der Mann (in Gedanken): Geschafft. Endlich mal einen Tag mit den Söhnen ohne gute Ratschläge und das ewige Gezeter der Frau verbringen. Essen, trinken, tun, was ich will. Das wird ein Spaß. Schade, dass sie nicht über Nacht bleibt.

Zeit: Mitte Oktober, 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges
Ort: Im Hause bleibCOOLmami

Der Mann: Beeil dich, der Zug geht gleich.
Paula: Er fährt.
Der Mann: Was?
Paula: Nichts.
Der Mann: Wir bringen dich zum Bahnhof.
Paula: Danke, das ist lieb.

Paula (in Gedanken): Ich habe den wunderbarsten Mann. Er ist so aufmerksam und macht sich so viel Mühe. Sogar zum Bahnhof will er mich begleiten.

Der Mann (in Gedanken): Wenn ich sie nicht antreibe und zum Bahnhof bringe, wird sie noch den Zug versäumen. Dann kann ich meinen schönen Tagesplan vergessen. Essen, trinken, tun, was ich will.

Zeit: Mitte Oktober, 5 Minuten vor Abfahrt des Zuges
Ort: Bahnsteig

Der Mann: Hast du dein Handy mit?
Paula: Ja.
Der Mann: Hast du Geld mit?
Paula: Ja.
Der Mann: Hast du etwas zu trinken mit?
Paula: Ja.

Paula (in Gedanken): Ich habe den wunderbarsten Mann. Er ist so fürsorglich. Er vergewissert sich, ob ich alles dabei habe.

Der Mann (in Gedanken): Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Habe echt keine Lust und keine Zeit ihr nachzufahren. Ich will doch essen, trinken, tun, was ich will. Einen ganzen Tag lang. Ohne Gezeter.

Zeit: Kurz vor Abfahrt des Zuges.
Ort: Bahnsteig (der Mann) und Zug (Paula)

Der Mann (erleichtert): Pfiat di!
Paula (lächelnd): Baba!

Paula (in Gedanken): Ich habe den wunderbarsten Mann.

Der Mann (in Gedanken): Endlich! Essen, trinken, tun, was ich will.




Und wer mag, kann hier noch Bilder anschauen:

Im Zug. Das war nicht geplant. Das müsst ihr mir glauben. Trotzdem habe ich alles brav aufgegessen.

Auto vor herbstlicher Kulisse. Eine Straßenbahn ist auch noch da.

Burggarten mit Votivkirche im Hintergrund. Oben rechts Wolken. Links Baum. In der Mitte ICH. Ja, wo bin ich denn? Verflixt, jetzt habe ich das Selfie vergessen. 

Taxistand.

Leider hatte ich nicht das nötige Kleingeld (5.990,00 Euro) dabei, um dieses stylische Teil zu kaufen ;-) Jetzt muss ich weiterhin im Schlabberlook herumlaufen. Mist! Mist! Mist!

Seit die Pferde ein Sackerl fürs Gackerl haben, ist die Innenstadt pferdemistfrei. Schade für euch. Gut für mich. Meine Schuhe blieben sauber. Fiaker gefahren bin ich noch nie. Und werde es vermutlich auch nicht.

Der Stephansdom aus sensationeller Perspektive. Nur hier am Blog. Exklusiv für euch. Ähm, es könnte sein, dass noch ein, zwei der gefühlten ein Millionen Menschen, die zur selben Zeit am Stephansplatz waren, ein solches Foto besitzen.




5 Kommentare:

  1. Stopp, halt, da fehlt noch was! Was hat der Mann denn wirklich während des Tages gemacht? DAS würde mich ja noch brennend interessieren. Konnte er etwa wirklich machen, was er wollte? Essen? Trinken? Tun, was er will?

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    1. das schreit nach einem zweiten Post ;)

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    2. Ihr habt recht! Ich werde recherchieren. Oder besser: Ich bitte ihn mal um einen Gastbeitrag ;-)

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  2. Ganz genauso ist die Gedankenwelt von mir und meinem Mann auch! Herrlich! Aber weißt du was, mein Mann war jetzt 3 Tage in England und ich habe es genossen allein mit den Kids. lg Lulu
    P.S. Ich liebe Wien, so wunderschön!

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    1. Mein Mann ist immer wieder mal auf Dienstreise und ich allein mit den Kids. Wenn er die beiden mitnehmen würde, könnte ich das RICHTIG genießen, aber so .... ;-)
      Nein, Scherz beiseite, ich liebe meine Männer. Alle drei :-)

      Wien ist wunderschön. Ich habe etwas mehr als vier Jahre dort gelebt.
      Liebe Grüße
      Paula

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