Samstag, 2. August 2014

Verflixte Tage - Vom Streiten und Versöhnen

Es gibt Tage, da stehst du mit dem linken Fuß auf. Ach, was sag ich, es ist nicht nur der linke Fuß, die Beine sind irgendwie verknotet.

Anstelle des Geschmacks von frisch zubereitetem Kaffee spürst du nach dem Guten Morgen Kuss die salzigen Tränen eines deiner Kinder auf deinen Lippen. Die Musik aus dem Radio wird übertönt vom schrillen Laut, der aus dem kleinen Mund des anderen Kindes dringt. Die Kommunikation mit deinem Ehemann läuft irgendwie schief, wie wenn beim Frage und Antwort Spiel zwei Karten nicht zusammenpassen.

Da stellst du fest: Heute ist ein verflixter Tag. Jeder sitzt in seiner Ecke und schmollt. Ihr seid Meister im beharrlichen Anschweigen und offensichtlichem Wegschauen.

Irgendwann hat dann doch einer eine Idee. Ihr geht hinaus in den Wald. Es ist sehr praktisch, dass ihr euch anschweigt, so könnt ihr das Vogelgezwitscher richtig gut hören und das Rascheln der Blätter im Wind. Es ist sehr praktisch, dass ihr euch nicht in die Augen seht, so könnt ihr die kleinsten Dinge entdecken. Abgefallene Zapfen, Blätter und Zweige. Ameisen, die emsig ihren Weg bahnen und Schnecken, die scheinbar alle Zeit der Welt haben. Es ist sehr praktisch, dass ihr nur euren eigenen Gedanken nachhängt, so könnt ihr den Duft des Waldes richtig wahrnehmen und tief durchatmen.

Kleine und große Steine liegen am Weg. Und plötzlich fällt dir einer vom Herzen. Du kannst wieder sprechen und in die Augen blicken.

Du entdeckst den umgefallenen, vermoderten Baumstamm, der gerade groß genug ist für vier Personen. Und wenn du Platz darauf nimmst mit ihnen und die Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach fallen, deine Wangen kitzeln, weißt du, alles ist wieder gut.

Hand in Hand geht ihr nach Hause.




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