Samstag, 19. Juli 2014

Abenteuer am Berg - Unser Familienurlaub

„Für den nächsten Urlaub kaufen wir euch zwei Koffer. Dann könnt ihr gerne vorzeitig abreisen.“

Diese grandiose Idee kam von meinem Mann, gerichtet an die Söhne (glücklicherweise nicht an mich), am vierten Urlaubstag, als die beiden während unseres ach so idyllischen Almaufenthaltes mit jämmerlichem Gesichtsausdruck die „Ich mag nicht“ Platte anwarfen. In welchem Zusammenhang das verkündete Desinteresse stand, kann ich heute nicht mehr sagen, darf die werten Leser aber beruhigen: Zur vorzeitigen Abreise eines oder mehrerer Familienmitglieder kam es letztendlich doch nicht. Schließlich wissen alle Mitglieder der bleibCOOLmami Familie was sie aneinander haben (auch wenn sie im Urlaub recht viel voneinander haben – vierundzwanzig Stunden lang).



Von ihrer schönsten Seite zeigten sich die Berge rund um Wagrain im Bundesland Salzburg, als wir sie mühelos (Seilbahn sei Dank) erklommen. Noch vor drei Jahren wäre es für mich undenkbar gewesen, in eine Gondel zu steigen, um einen Berggipfel zu erreichen, heute freue ich mich, dass ich wenigstens eine Möglichkeit habe, die Welt wieder einmal von oben zu betrachten. Ich bin eine begeisterte Bergwanderin, aber die Kondition meiner drei Männer beiden Söhne lässt (noch) zu wünschen übrig. Deshalb besteige ich neuerdings das Massentourismusverkehrsmittel.

Oben angelangt gestaltete sich das Fortkommen etwas schwieriger. Die Almsteige erwiesen sich für Sohn 02 als fast unüberwindbares Hindernis, versuchte er doch ständig, seine Schuhe nicht schmutzig oder gar kaputt zu machen. Und das inmitten von Steinen, Erde und Kuhfladen. Mangels asphaltierten Wegen (er hätte tatsächlich eine geteerte Straße bevorzugt) ging es recht langsam voran.

Von Sohn 01 kam zwar keine Beschwerde über die Beschaffenheit der Wege, jedoch benötigte er Trost, weil die im Conni Buch angepriesene Sennerin (Conni in den Bergen) nirgends zu entdecken war. Außerdem hegt er noch immer sehr großes Interesse an den Namen seiner Mitmenschen, was ihn dazu veranlasste, alle paar Schritte stehen zu bleiben. Er hoffte wohl, durch sekundenlanges Anstarren der zahlreichen Teilnehmer des Ansturmes auf das Gipfelkreuz deren Namen herauszufinden, blieb aber auch hier erfolglos.




Gut, dass mein Mann ein leidenschaftlicher Familienurlaubsplaner ist, denn durch seine intensiven Recherchen vorab wussten wir, wo die Highlights zu finden waren und somit kamen auch die Söhne in unserem Urlaubsort zu ihrem Vergnügen. Und was für ein Vergnügen, das kann ich euch sagen! Die "Natur- & Bergerlebniswelt am Grafenberg" erwies sich als wahres Paradies für Kinder und somit für uns Eltern.

Beinahe jeden Tag fuhren wir mit der Grafenbergbahn auf 1720m Seehöhe und hielten uns stundenlang in diesem weitläufigen Abenteuerpark auf. Hinter jedem Hügel und in jedem Wäldchen gab es Neues zu entdecken (wenn auch keine Sennerin dabei war):

Eine Kinderalm mit Miniaturalmhütten, Ziegen und Hasen, die gestreichelt werden dürfen und Reitkühen, die bestiegen werden dürfen (das ist schon in Ordnung, die Kühe sind aus Holz geschnitzt),

einen Bergsee mit Hängeseilbrücke, Steinübergang und Holzflößen, auf denen die Eltern ihre Geschicklichkeit beweisen können (und sich stolz auf die Schulter klopfen können, wenn sie das gegenüberliegende Ufer mit trockener Kleidung erreichen),

ein riesengroßes Hüpfkissen mit Panoramablick und einen tollen Sandspielplatz,

eine Rutsche für Mutige (der Mama-Test hat ergeben, dass die Männer nicht rutschen durften – eine Mutprobe pro Familie genügt),

einen Seilgarten, eine Kletterwand, einen Schaukelwald mit Riesenschaukeln, einen Barfußweg, eine Riesenseilpyramide und

Wasserspiele, die sich bestens eigenen, um sich zwischendurch die Haare zu waschen (ausprobiert von Sohn 01).

Erwähnenswert ist das free W-LAN am Berg, vermutlich für unabkömmliche Manager oder urlaubende Blogger. Trotzdem wagte ich es nicht, iPhone, iPad oder MacBook mit hinauf zu nehmen, denn der Mann wünschte sich Familienzeit mit geistreichen Gesprächen. Und tatsächlich versprühten unsere beiden Zweieinhalbjährigen Witz und Esprit: „Ich kann nicht gehen, da ist ein Stein im Schuh.“ „Ich kann nicht gehen, die Sonne blendet.“ „Ich kann nicht gehen, da kommt eine Kuh.“ (Die restlichen Ich-kann-nicht-gehen-Sätze sende ich gerne auf Anfrage zu)

An Regentagen soll sich der Besuch der "Wasserwelt Wagrain" lohnen, einem Erlebnisbad mit Riesenrutschen und Saunalandschaft. Weil sich die Regentropfen in unserer Urlaubswoche aber rar machten, nützten wir lediglich den angrenzenden Spielplatz. Dieser lässt keine Wünsche offen. Piratenschiff, Sand-Wasser-Spielbereich, Schaukeln, Seilbahn und Seilgarten sorgen für viel Spaß. Praktisch für Papas: die Kinder-Seilbahn (hier kann Papa wieder Kind sein). Praktisch für Mamas: die beheizte Toilette mit Wickelplatz (blöd nur, wenn Mama sie erst am letzten Tag entdeckt).

Die Stadt Salzburg ist per Auto in weniger als einer Stunde erreichbar und wer keine Kinder mit Interesse an Mozart hat, kann immerhin den Zoo besuchen. Als sehr vorteilhaft für uns erwies sich die Anwesenheit der Großeltern (die nur eine Autostunde entfernt wohnen) an diesem Vormittag. Die Oma hatte Riesen-Schokomuffins in der Tasche und die Kinder wichen nicht von ihrer Seite.















Nun sind wir wieder zuhause, waschen die Reste der Schokomuffins, Sonnencreme und Hasenkötel aus der Kleidung, löschen 1650 Fotos (nein, es war keine Serienaufnahme programmiert, irgendjemand hat tatsächlich 1800 mal abgedrückt) und erfreuen uns an den schönen Erinnerungen.



Welche Familienurlaubsziele könnt ihr empfehlen?






8 Kommentare:

  1. Traumhafte Bilder und es klingt nach einem Urlaub ganz nach meinem Geschmack! Normalerweise fahren mein Mann und ich gern die Berge mit dem MTB rauf, aber das war natürlich vor den Kindern ;). Jetzt freue ich mich immer wie ein kleines Kind, wenn ich Bewegung und Familienzeit kombinieren kann. Und wenn dann noch alle so happy sind...besser gehts nicht! Vielleicht hast du ja mal Zeit und kannst mir eine genaue Adresse geben? Würde mich freuen! lg Lulu (lulus.stern@gmail.com)

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    1. Hallo Lulu,
      die Daten schicke ich dir gerne per Mail. Wir waren wirklich begeistert.
      Eine MTB Strecke gibt´s dort auch. Ist aber für Laufräder nicht zugelassen ;-)
      LG Paula

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  2. Tolle, tolle Bilder - ich bin leider so gar kein Berg-Fan, aber da bekommt man ja doch glatt Lust das mal auszuprobieren...

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    1. Ist ja auch ein weiter Weg von euch bis in die Berge, aber vielleicht lohnt es sich ja doch.
      LG Paula

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  3. Hach ja, Wagrain. Herrlich. Da waren wir dieses Jahr auch wieder. Falls ihr den ultimativen Hoteltipp mit Kindern in der Nähe sucht: www.hotel-waldhof.com in Großarl. Besser gehts kaum.
    LG, Nane

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    1. Danke für den Tipp. Wir waren im Hotel Grafenberg. Absolut familienfreundlich.
      LG Paula

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  4. Das sieht für Groß und Klein ja richtig Spaßig aus. Die Bilder gefallen mir sehr.
    Solche Spielplätze würde ich mir bei mir in der Region auch wünschen. Bei mir sieht das im Vergleich eher trostlos aus...

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    1. Ja, die haben den Berg zu einem richtigen Familien-Event-Berg ausgebaut. Ein großer Spaß mitten in der Natur.
      Man findet auf den umliegenden Bergen aber noch ausreichend Ruhe, wenn man das sucht.
      LG Paula

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