Sonntag, 1. Juni 2014

Warum wir scheinbar sinnlose Handlungen unserer Kinder hinterfragen sollten

Geht es uns nicht allen so, dass wir etwas verstimmt sind, wenn unsere Wonneproppen den gesamten Inhalt der Küchenladen einer gründlichen Inspektion unterwerfen, aus einem Bücherregal elf Bücherecken machen, indem sie die Bücher in der gesamten Wohnung gleichmäßig verteilen oder es schaffen, Dinge, die grundsätzlich nicht teilbar sind, doch in fünf, sechs oder sieben Stücke zu zerlegen? Ärgerlich, nicht wahr? Darauf folgt nach dem Gedanken „Warum macht er das bloß immer wieder?“ das gemeinsame Einräumen, Aufheben, Zusammenkleben und Zusammenflicken.

In unserem letzten Urlaub erfreuten sich unsere Jungs besonders am Bällebad.
Da beide keine Wasserratten sind, war das Toben zwischen den Bällen eine herrliche Alternative zum Schwimmen und Rutschen im Pool. Ebenso entzückt waren beide von den Kapla Steinen, denn die zahlreich herumliegenden Spielzeugautos brauchten schließlich eine Straße, um darauf zu fahren.

Während mein Mann in der Sauna vor sich hin schwitzte, beobachtete ich mit Vergnügen das Treiben der Jungs. Plötzlich warf der Kleine mit Inbrunst geschätzte 300 Holzbausteine aus der Trommel in das Bällebad und rührte anschließend sorgfältig um.

Schon wieder Aufräumen! Bevor wir das Spielzimmer verlassen würden, musste schließlich alles in Ordnung gebracht werden. Ich hatte keine große Lust, ihn zur Rede zu stellen und begann, pädagogisch nicht wertvoll, selbst die Steine aus dem Bad zu klauben. Woraufhin der Kleine mich am Arm nahm und mir mit ernster Miene erklärte: „Mama, nicht rausnehmen, das brauch ich für Schwimmen.“ (Mit Grammatik hat er es noch nicht ganz).

Offenbar bin ich nicht von der schnellen Sorte und sortierte eifrig nichts ahnend und nicht verstehend weiter ein. Bis Sohnemann mir eindringlich und mit erhobenem Zeigefinger erklärte: „Nein, das ist Pulver für Schwimmen im Pool.“

Jetzt war alles klar. Der Nachbar hatte am Wochenende zuvor das Pulver zum Senken des pH-Wertes in hohem Bogen in sein Schwimmbad geworfen und genauso tat es ihm nun der Kleine im Bällebad nach. Sehr gewissenhaft. Wir einigten uns darauf, dass er etwas zu viel vom „Pulver“ genommen hatte und räumten gemeinsam aus.

In Zukunft werde ich die Handlungen meiner Kinder genauer hinterfragen. Es hat ganz bestimmt auch eine besondere Bedeutung, wenn

der Badezimmerboden flächendeckend mit Klopapier überzogen ist,
an den Fensterscheiben Klebebänder kleben,
in der Sofaritze die Messer aus der Puppenküche stecken,
sich im Gesicht meines Sohnes ein blauer Bart befindet, während die Tube mit der Fingerfarbe vollkommen ausgequetscht unter dem Tisch liegt
und wenn wir Helga und Otto unbedingt jedes Wochenende einladen sollen.


Zum letzten Punkt gibt es übrigens eine besonders süße Erklärung.








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