Freitag, 6. Juni 2014

Blogparade: Welche Mama Sünden begehst du?

Herzmutter hat zur Blogparade aufgerufen. Wenn Herzmutter ruft, bin ich natürlich dabei. Blitzschnell. Keine Frage. Ich mag Herzmutter. Nur mit dem Thema komme ich nicht ganz klar. „Welche Mama Sünden begehst du?“

Ich? Sünden? Mama Sünden? Nie und niemals würde ich mich versündigen. Ich doch nicht. Ich bin doch die perfekte Vor- und Herzeigemutter, denn ...


eins)
... ich sorge für die Erhaltung der gesunden Zähne meiner Kinder.
Zum Schokolade essen gehe ich heimlich in den Keller. Für die Jungs wäre es
ohnehin ziemlich langweilig, mir dabei zusehen zu müssen, wie ich mich hemmungslos vollstopfe. Derzeit sind Schoko-Butterkekse der absolute Renner. Sie können sich derweil gegenseitig im Wohnzimmer eins auf die Birne hauen, dafür müssen sie aber weniger oft zum Zahnarzt.

zwei)
... ich bin äußerst umweltbewusst und spare Strom, wo´s nur geht.
Ich bügle nur ein Drittel unserer Wäsche und gewaschen wird sowieso nur, was den Geruchstest nicht mehr besteht.

drei)
... ich bin sehr kompetent in Sachen Leseerziehung.
Meine Jungs lernen am Vorbild. Vorbildlich lese ich stummschweigend jeden Abend die neuesten Krimis und Frauenromane auf meinem Kindle, während ich die beiden in den Schlaf begleite. Etwaige Fragen, Anregungen, Wünsche, Bedürfnisse und Beschwerden dürfen am nächsten Morgen vorgebracht werden.

vier)
... ich sorge für die allgemeine Gesundheit meiner Kinder.
Wir vermeiden das Drama Haare waschen, wann´s nur geht, denn in den Haarshampoos soll ja soooo viel Gift drinnen sein.

fünf)
... ich sorge für die seelische Gesundheit meiner Kinder.
Wenn ich merke, dass es ihrer Seele gut tut, das Klopapier bis zum Ende abzurollen und damit eine Straße von der Toilette bis zur Küche zu legen, dann fördere ich diese Handlung, indem ich diskret wegschaue und mein Smartphone anstarre. Und wenn ich überhaupt nichts bemerkt habe, habe ich sogar die Chance, dass der Mann sich der Sache annimmt und rollt und rollt und rollt bis der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt ist.

sechs)
... ich fördere die Wirtschaft.
Jeder Schnuller, der von den kleinen wilden Schneidezähnen zerbissen wird, wird sofort im Drogeriemarkt ersetzt. Würden wir entwöhnen, würde der Schnullerumsatz einen drastischen Einbruch erleiden. Man denke nur an die Arbeitsplätze. Dafür möchte ich nicht verantwortlich sein.

sieben)
... ich fördere die sozialen Kompetenzen meiner Kinder.
Ich nenne sie zwischendurch auch mal Giftzwerg oder Jammerlappen. Mit einem umfangreichen Wortschatz können sie sich später im Kindergarten gut verbal verteidigen.

acht)
... ich fördere die Großeltern-Enkelkind Beziehung.
Wenn uns Oma und Opa alle paar Wochen einen Besuch abstatten und hier schlafen, gehören die Jungs ganz ihnen. „Schau doch mal, ob die Oma schon wach ist.“ (Ich finde 04.23 Uhr ist doch eine günstige Zeit dafür.)

neun)
... ich bringe ihnen schon früh das Prinzip von Geben und Nehmen bei.
„Wenn du dich im Geschäft anständig benimmst, bekommst du zuhause einen Kuchen.“ Ich weiß, das widerspricht Punkt eins, aber mit Gurken lassen sie sich schon seit einem Jahr nicht mehr erpressen.

zehn)
... ich vermeide Müll.
Ich wechsle nasse Windeln erst, wenn der Antrag vom Kind gestellt wird. Das Kind hat selten das Bedürfnis und ich bin aus dem Schneider.

elf)
... ich mache schon jetzt ein sinnvolles So-werde-ich-ein-guter-Ehemann-Training mit meinen Söhnen.
Ich zeige ihnen bei jeder Gelegenheit, wie man Frauenfüße massiert und stelle mich freiwillig als Trainingsobjekt für Verfügung.



Liebe Herzmutter, liebe Leser,
ihr seht, ich habe keine finsteren Geheimnisse. Ich bin frei von Sünden.
Für die Sündenböcke unter euch, habe ich aber noch einen schönen Spruch:



Das Gewissen hindert uns nicht, Sünden zu begehen.
Aber es hindert uns leider, die Sünden zu genießen.
(Salvador de Madariaga)



8 Kommentare:

  1. Sehr schöne Liste. Was andere Menschen (meist kinderlos) als pädagogische Missgriffe fehlinterpretieren, bereitet unsere Kinder einfach auf die harte Realität vor. So muss es sein. LG, Christian

    AntwortenLöschen
  2. Aaaaha! Das mach ich also falsch... ich sollte das einfach mal von der anderen Seite der Medaille sehen, und ZACK sieht es garnicht mehr so finster aus in meinem Pädagogenherz :) Ich lasse meiner Tochter Freiraum, wenn ich nebenher Fernsehe... genial! Liebe Grüße, Janina

    AntwortenLöschen
  3. Ich hab herzlich gelacht...ja...da gibt es bei mir noch Nachholbedarf!
    Ich hab hier sehr viel gelernt!
    Danke dafür!!!
    :-)))))
    LIebe Grüße Nadine

    AntwortenLöschen
  4. Hab sehr gelacht, vor allem bei Punkt 2 und 8 :-) Ja, wir sollten es wirklich als Spracherziehung ansehen, wenn uns mal was rausrutscht - Du Nervensäge! :-)

    AntwortenLöschen
  5. Freut mich, wenn ich euch mit meinem pädagogisch wertvollen Erfahrungsschatz weiterhelfen durfte und nebenbei noch ein bisschen erheitern konnte :-)
    LG Paula "Mami COOL"

    AntwortenLöschen
  6. Hab dich gerade bei 12von12 entdeckt und DIESER Beitrag war spontan ausschlaggebend, dass ich dich umgehend in meinen Feed-Reader einspeise :)

    Liebe Grüße vom Schäfchen, das immer noch breit grinst

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke! Das freut mich.
      LG Paula "Mami COOL"

      Löschen