Mittwoch, 14. Mai 2014

Wie heißt des?

Der Kleine hat einen Narren gefressen an Namen. Er kennt die Vor- und Nachnamen sämtlicher Familienmitglieder und aller Nachbarn, die Namen der Kinder und Betreuerinnen in der Krippe, ja sogar die Namen der Handwerker, die in unser Haus kommen, kann er aus dem Stegreif aufsagen, was mein Mann sehr verdächtig findet. Sohnemann aber reicht das nicht, er möchte die Namen aller Menschen auf dieser Welt kennen.

„Wie heißt des?“, ertönt es aus seinem Mund, sobald wir beim Verlassen unseres Hauses einem Menschen begegnen, dessen Namen er noch nicht kennt. Sein
kleiner Finger zeigt beharrlich auf die unbekannte Person. Nicht so schlimm, wenn ich den Menschen und den dazugehörenden Namen kenne. Ich kenne viele Menschen, aber nicht alle. Das stellt mich vor ein Problem, wenn ein Unbekannter des Weges kommt. Was tun? Einen Namen erfinden und damit das eigene Kind anlügen? Nie und nimmer. Dann schon lieber einen wildfremden Menschen ansprechen: „Entschuldigung, wie heißen Sie?“ „Ach ja, können Sie das bitte fünfzehn Mal wiederholen?“ „Ach nur, für meinen zweieinhalbjährigen Sohn.“ „Vielen Dank.“

Übrigens gehe ich nur mehr mit großer Sonnenbrille aus dem Haus.



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