Sonntag, 18. Mai 2014

Teilzeitmama? Oder doch nicht?

Working Mum...
Das klingt schön in meinen Ohren und dann wieder doch nicht. Aber irgendwie auch wieder doch.

Ich bin im Zwiespalt. Ich muss mich entscheiden. Entscheiden, ob ich ab Herbst wieder in meinem alten Job arbeite. Ob ich eine Teilzeitmama werden möchte oder eine Beinahe-Vollzeit-Mama bleiben möchte. (Ich arbeite zur Zeit an einem Tag in der Woche in einem für mich völlig neuen Bereich, der per Zufall auf mich zugeflogen kam.)

Die eine Seite schreit laut „JAAAA!“ Ja, ich will wieder hinaus in die mir so
vertraute Berufswelt, ich will wieder vor geistigen Herausforderungen stehen, ich will Anerkennung, ich will Lob, ich will das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Ich will am Ball bleiben, wissen, was es Neues gibt in meinem Job. Ich will mit Erwachsenen reden. Und ja, ich will wieder schöne Blusen und hohe Schuhe tragen.

Im Sommer werden es drei Jahre sein, seit ich ausgestiegen bin, um den Nachwuchs zu gebären und mich fürsorglich um ihn zu kümmern. Drei Jahre, in denen mir mehr als einmal die Decke auf den Kopf gefallen ist, drei Jahre, in denen zwei Zwerge an meinen Nerven sägten, sägten, sägten. Drei Jahre, in denen ich einfach nicht mehr „dazu gehörte“.

Und dann gibt es noch die andere Seite, die sich mit „NEIIIIIIN!“ meldet. Die mir sagt, „Überleg es dir gut.“ Die drei Jahre ohne beruflichen Stress, ohne Verpflichtungen, ohne Rechtfertigungen waren drei besondere Jahre. Drei Jahre mit völlig freier Zeiteinteilung, drei Jahre, in denen ich mich ganz und gar auf meine Kinder einstellen konnte. Ich konnte sie bei jedem klitzekleinen und riesengroßen Entwicklungsschritt beobachten, jederzeit mit ihnen spielen, lachen, singen, toben, bei Kummer ihre Tränen trocknen, sie in die Arme nehmen, ihren unzähligen Geschichten lauschen und mit ihnen Hand in Hand ihren Lebensweg entlang gehen.

Viele Fragen stellen sich mir. Ganz banale:

Wie kriege ich meine Kinder geschniegelt und gestriegelt, mit Frühstück im Bauch und mit gefüllter Jausenbox im Rucksack um sieben Uhr aus dem Haus?
Kann ich meinen Kindern zumuten sechs bis acht Stunden am Tag in der Krippe zu verbringen?
Was mache ich, wenn sie krank sind? Oma und Opa wohnen mehr als dreihundert Kilometer weit weg. Woher bekomme ich den Beamer von Raumschiff Enterprise?
Wie kriege ich die Tage hin, an denen ich alleinerziehend bin, weil mein Mann beruflich im Ausland unterwegs ist?
Macht mir mein Job noch genau so viel Spaß, kann ich meine Arbeit noch genau so gut erledigen, wie damals, als ich all meine Zeit dafür zur Verfügung hatte?

Wenn ich absage: Welche Alternativen habe ich, um das „Nur“-Mama-Sein mit einer weiteren sinnvollen Beschäftigung zu ergänzen? Eine Beschäftigung, bei der die Familie den Vorrang hat.

Wie gut, dass der Mann im Haus flink aus seiner „Ich hab immer einen guten Tipp parat-Tasche“ die passende Mind-Map zieht, mit der die Entscheidungsfindung plötzlich ganz einfach wird. Jetzt muss ich nur noch so an die fünfzig Fragen durchgehen, in mich gehen und sie beantworten. Aber ein bisschen Zeit habe ich ja noch.

Fortsetzung folgt...

Eure
Paula „Mami Cool“



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