Freitag, 23. Mai 2014

Mama in der Trotzphase

Heute Morgen habe ich meinen Sohnemann erwischt, als er an meinem Schreibtisch sitzend eifrig mit seinen schmutzigen Fingerchen auf der Tastatur meines Notebooks herumklopfte. Das ist nichts Ungewöhnliches. Keine Schalter, Knöpfe und Tasten sind vor ihm sicher. Neu war der verschmitzte Gesichtsausdruck.

Bis ich endlich entdeckte, was er da wirklich tat. Ich denke, er musste sich einiges von der Seele reden, das möchte ich ihm auch gewähren. Hier ist nun ein Gastbeitrag von meinem Kleinen, den ich gerne unzensiert wiedergebe ;-)

„Hi Leute,
ich habe schon öfter von meinen Freunden in der Krippe gehört, dass Mamas früher oder später in die Trotzphase kommen. Dass meine Mama mich jemals so auf die Palme bringen würde, hätte ich allerdings NIE gedacht. Dass sie hin und wieder ein bisschen anstrengend sein kann, weiß ich ja schon lange, aber leider ist sie zur Zeit richtig ungut.

Sie macht nicht, was ich will!

Zum Beispiel heute Morgen beim Anziehen. Ich bitte sie höflichst, mir mein blaues Lieblings-T-Shirt mit dem tollen knallroten Feuerwehrauto-Aufdruck anzuziehen. „Darf ich bitte das rote Auto-Leiberl haben?“, und was macht sie?

Sie zieht mir mit einem freundlichen Lächeln das rote Shirt mit dem langweiligen grünen Auto über den Kopf. Ich rufe „Nein, nein, nein, rote bitte, rote, rote!“, aber sie steckt, ohne meinen Protest zu beachten, meinen linken Arm in den linken Ärmel. Ich werde lauter, versuche mich mit aller Kraft aus dem T-Shirt zu befreien, während ich laut „Nein, nein, nein, andre“ rufe. Das alles nützt nichts. Meine Mama zieht, mittlerweile mit einem komischen Gesichtsausdruck und gar nicht mehr freundlich, meinen rechten Arm durch das rechte Loch. Wieso kapiert sie denn nicht, dass ich mein Feuerwehr-Shirt haben will? Mit dem roten Feuerwehrauto. Ist doch einfach.

Ich versuche es mit Veränderung meiner Gesichtsfarbe von blass auf rosa, dann rot, drücke noch ein paar Tränen raus und rufe laut „Feuerwehr!“ Endlich hat sie verstanden und zieht mich um. Ich bin erleichtert.

Doch da fällt mir ein, das grüne Shirt mit den bunten Buchstaben wäre auch nicht schlecht ..."




2 Kommentare:

  1. Hihi, jap das denkt sich meiner wohl auch des Öfteren. Seinen Feuerwehrpulli hatte er mal 2 ganze Tage an - Tag UND Nacht.

    Danke für die Aufnahme in deine Blogroll, freut mich!

    Grüße Lulu

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    1. Sehr praktisch Lulu, da ersparst du dir das Umziehen.
      LG Paula "Mami COOL"

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